PB-BCN Tour Bericht

7 09 2008

Ich habe nun eine Woche Alltag hinter mir und ich muss sagen: ICH WILL WIEDER WEG!!

Es gibt nichts geileres als unterwegs zu sein. Alles was man brauch und hat ist in 5 Taschen. Herrlich!! Das einzige was ich anders machen würde, wäre es meine Süße mit zu nehmen. Ich weiß das klingt extrem kitschig und in gewisser weiße auch naiv, aber wer so verknallt ist wie ich weiß das Sehnsucht mächtig weh tun kann. Aus diesem Grund werde ich keine Tour mehr alleine machen. Es gab Tage, da hätte ich so gern jemanden zum reden gehabt.  Selbst das Aufregen und rum Fluchen macht keinen Spass wenn dir keiner zuhört. Und diese wahnsinns Sonnenuntergänge bzw. Sonnenaufgänge alleine zu genießen ist echt bitter. Es war aber alles in allem eine Erfahrung wert und so hab ich auch gemerkt das da etwas mehr zwischen Sandra und mir ist. Ich hatte 3 Wochen in denen ich an nichts denken musste, ausser an meinen nächsten Schlafplatz, meine nächste Mahlzeit und meine Maus.  Ich kann mir echt kein besseres Leben vorstellen.  Ich finde die Menschen müssen sich viel zu viele Gedanken über alles mögliche machen. Sowas macht einfach nur krank. Irgendwann ist jeder fertig mit sich selber.  Diese Tour hat mir auf jedenfall ein komplett neues Lebensgefühl vermittelt.

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Die ersten Tage meiner Tour hat ich extrem mit mir selber zu kämpfen. Da ich davor nicht wirklich traniert habe und auch sonst nur BMX fahren war, wurden Steigungen für mich zur Tortur. Es waren die ersten 3 Tage in denen ich vor jedem Berg aufgeben wollte. Das Sauerland und die Eifel haben mir das letzte abverlangt. Wusste garnicht das es da so Bergig ist.  Aber oben angekommen wurde ich jedesmal belohnt. Entweder ein mega Ausblick oder ein schönes Corny (man muss sich manchmal auch selbst belohnen).  Die nächte in Deutschland hab ich mit Wildcampen verbracht. War erstaunlich einfach. Zudem fühlte ich mich sicherer als später in Frankreich. Regen hielt sich zum Glück in grenzen, so das ich gut Kilometer machen konnte und ich langsam zu meiner alten Kilometerfresser Form gekommen bin.  Kurz vor Frankreich war ich noch in Andernach, meiner alten Heimat, wo ich dann total verhungert den bessten Döner auf diesem Planeten gegessen habe.  Danach sollte es mit dem Zug bis nach Konz gehen, aber wie schon in einem früheren Beitrag berichtet lief einiges schief.  Mir ist das Rad inkl. meiner ganzen Wertsachen und Papieren abhanden gekommen. Zum Glück ist der Vater von Sandra extrem aufopfernd gewesen, so das ich um 3 Uhr nachts meine Rad wieder hat. Alles war beim alten. An dieser stelle noch mal besten Dank für die hilfe.

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Letztendlich hat mich der Zug am nächsten Tag dann doch nach Konz gebracht. Daraufhin konnte ich an der Saar entlang wahnsinnig schöne Weinberge bestaunen. War ein echt schöner Tag. Zum Abend hin bin ich dann auch in Frankreich angekommen. Habs fast nicht bemerkt. Es war noch nicht mal ein “France” Schild zu sehen. Thionville war die erste Stadt durch die ich durch musste. Ich hatte echt Angst. Die leute hier sahen alle Kriminell aus und die Gegend sah dem ganz ähnlich. Nach einem Gewitter, Ameisen stichen am Hintern und verzweifelter Schlafplatzsuche konnte ich mich auf eine unruhige nacht freuen, wie sich am nächsten heraustellte. Regen kann schon nervig sein.

Die nächste Woche gurkte ich dann quer durch Frankreich, immer an Flüssen entlang, weil da nicht soviele Steigungen vorkommen.  Hier hab ich dann auch auf Campingplätzen geschlafen, auf die ich mich lieber nicht einlassen hätte sollen. Echt schlimm die Sanitär anlagen. Im Wald kacken ist angenehmer.  Regen war hier dann auch mein ständiger begleiter.  Dazu kam noch das der Lager Konus meiner VR Nabe gebrochen ist. Die nächsten 300 km fuhr ich mit einem komplett schief sitzenden VR durch Frankreich. Es hat so derbe geknackst, das ich Angst vor abfahrten hatte. Könnte ja jeden moment einmal mächtig Blockieren. Dabei hab ich mir die VR nagelneu vor der Tour gekauft. Schrott Teil. Schimano Naben kann man einfach in die Tonne tretten, auch wenn sich das eingetauschte Rad genau so um ne dämliche Shimano Acera Nabe drehte.  Das hat wenigstens nur 10 € gekostet.

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Endlich lief mein Rad wieder so wie es sollte. 28 € hab ich im Radladen gelassen, weil mein Innenlager genau so schrott war.  In Frankreich erlebte ich die schlimmsten Nächte. Einmal wurde ich vom Regen weggeschwemt ein ander mal wachte ich in einer Riesen Pfütze unter einer Brücke auf.  LKW Anhänger dienten mir als Trockenraum.  Bushaltestellen als Regenschutz und Nacktschnecken kitzelten mich wach.

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Deshalb war ich extrem froh, das ich weiter in den Süden fuhr , wo es aufjedenfall etwas trockener war. Endlich Staub! Endlich nicht mehr mit extrem naßen Klamotten aufwachen. Tau war nämlich auch immer so ne sache.  Ach und nicht zu vergessen, endlich war ich am Meer! Ja ich war im Touristen Meer! Wahnsinn wieviele Menschen auf ein Stück Strand passen. Und ebenso wahnsinn wie sich auf einmal die Preise für die Campingplätze ändern. Davor noch 8 € bezahlt, wollen die hier von mir 37 €. Ne du, da schlaf ich lieber direkt auf dem Bürgersteig wenn es sein muss.  Der Teuerste Campingplatz auf dem ich geschlafen hab war mit 12,50 € noch erträglich.  Das hieß für mich ich muss die nächsten Tage bis Spanien nur noch Wildcampen. Gut das es von hier nur noch 4 Tages Etappen sind bis Girona.

Vor mir lagen die Pyrinäen! Was für ein anblick. Also noch schnell die Taschen voll mit Obst gestopft und ab dafür.  Die Sonne knallte ordentlich, es war erdrückend heiß und vor mir lagen Steigungen zwischen 8% und 16%. Es ging 50 km lang nur hoch und runter. Im Tal wartete dann ein Touristen Ort in dem dich dann alle dämlich anschauten.  Ich hätte auch etwas weiter im Land die Pyrinäen überqueren könne, bloß hätte ich da noch extremer mit Steigungen kämpfen müssen.

In Spanien angekommen kamen mir die Straßen noch Steiler vor. Teilweise konnte ich nicht mal mehr hoch schieben. So ein komplett bepacktes Rad wiegt nämlich locker mal 70 kilo. Irgendwie hab ich es dann doch geschafft. Direkt nachdem ich die Pyrinäen hinter mich gelassen hab, bließ der Wind direkt in die Fresse. 15km/h berg runter.  Davor bin ich mit fast 60 die Serpentinen runter gedüst und hab Autos überholt.

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Meine Campingplatz suche verlief leider nicht so gut. Weswegen ich zum nächsten Fluß gefahren bin, weil so verschwitzt wie ich war wollte ich mich nicht unbedingt schlafen legen. Also auch gleich das Zelt im Schilff aufgebaut und noch was zu essen gemacht. Paar hundert Meter weiter lag Empuriabrava.  Ein mega Touristen Kaff.  Hier war es schon so Touristisch, das es weh tat beim hinschauen.  Ich glaub hier gibts auch keine normalen einwohner, nur Bonzen mit Yachten und dicken Autos.  Dabei sah der Strand da so kümmerlich aus.

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Die nächsten 4 Tage musste ich auf Sandra warten. Girona lag direkt vor mir. Gut das ich nen günstigen Campinplatz gefunden hab. Hier bin ich dann auch 2 Tage geblieben. Diese 2 Tage hab ich überwiegend mit PSP zocken und Girona City abchecken verbracht.  Hier habe ich total viele BMX Spots aus einigen Videos gefunden. Tat gut mal etwas abzuhängen. Hab davor nämlich nicht einen Tag pause gemacht. Was ich im nachhinein total bescheurt finde. Den letzten Tag hab ich erst im Wald mit lesen und später mit abhängen im Flughafen verbracht. Von 17 Uhr bis nächsten Morgen saß ich hier.  Natürlich hab ich mich hier auch zum schlafen breit gemacht. Ich war erstaunt wieviele das hier machen. Überall lagen irgendwelche leute.

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Am nächsten Morgen durfte ich dann endlich wieder meine Süße in die Arme schließen. Man was hab ich mich gefreut. Vor mir lag 1 Woche Spanien Urlaub in 4 Sterne Hotels inkl. Wildcampen und 1 weitere Nacht im Flughafen.

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Es war ne richtig schöne Zeit. Nie würde ich auch nur 1 Tag davon bereuen. Ich konnte mich 1 Monat lang mal so richtig erholen. Musste an nichts denken. Hatte keinen Stress ( ausser beim Autofahren in Barcelona) und nicht zu vergessen: Ich hatte Zeit. Ich habe viel gelernt für meine nächste Touren. Mein größter Traum ist es um die Welt zu fahren. Hoffentlich wird das was. Erst mal steht aber Australien an. Sehr feine sache. Endlich wieder weg…

Hoffe ich hab euch einen kleinen Einblick gewähren können. Es ist weitaus mehr passiert. Bloß habe ich nicht den Nerv das alles aufzuschreiben.  Ausserdem könnt ihr euch in der Gallery noch paar eindrücke holen.

So und jetzt gehts DOWN UNDER…


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